Sommerferien adé
Jetzt sind sie beinahe zu Ende: Die großen Ferien. Und in diesem Jahr waren sie wirklich groß. Barbara und Felix waren wieder auf Curacao zur Delfintherapie. Im CDTC hat sich nicht viel verändert und Mandy war auch jetzt wieder Felix Therapeutin. An die Stelle seines letzten Delfins Nemo kam jetzt GeeGee, eine betagtere Delfindame, die dafür aber auch reichlich Erfahrung hatte und deutlich ruhiger war. Bei dieser Reise sind beide im Jan Thiel Livingstone untergekommen. Das Appartement war tatsächlich so ausgestattet, wie man es von einem Appartement erwartet. Ein paar Anlaufschwierigkeiten mit der Klimaanlage gab es zwar, aber das ganze Drumherum hat gestimmt. Ein Mietwagen war auf Grund der Distanz zum Therapiezentrum obligatorisch, mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Einkaufstouren jetzt einfacher zu habdhaben waren. Und günstig sind die Mietwagen auch. WIE günstig sie sind musste Barbara dann anhand einer Reifenpanne erkennen. Denn die Reifen waren nicht nur beinahe profillos, sondern auch in sonst in einem erbärmlichen Zustand (Metallteile des Gürtels waren von außen sichtbar). Eigentlich lebensgefährlich mit so einer Karre mehr als Mofageschwindigkeit zu fahren. Ach ja, das Gaspedal klemmte auch, …
Das deutsche Handy hat erwartungsgemäß nicht funktioniert, auch nicht mit unterschiedlichen Providern. Im Appartement selbst gab es auch kein direkt erreichbares Telefon. Aber mit einem Curacao-Prepaid-Handy war der Kontakt nach Hause auch kein Problem mehr.
Das unglaubliche dabei: Von Deutschland aus war die Verbindung zum Handy auf Curacao günstiger, als zu einem Handy in Deutschland. Möglich wird es mit VOIP, bzw. Callback-Feature, welches von jedem beliebigen Telefon aus funktioniert. Um hier keine Werbung zu machen: Wen es interessiert, der kann sich melden und ich nenne Anbieter und Technik (neun Cent pro Minute ins Curacao-Handynetz).
Heute vormittag kamen dann auch Nina, Florian und Lisa aus ihrem Urlaub auf Mallorca zurück. Vier Wochen waren sie bei Oma und Opa und haben von unserem bescheidenen Sommerwetter nichts mitbekommen. Jetzt bleibt uns noch ein gemeinsames Wochenende, bevor am Montag wieder alles von vorne beginnt. Ninas erster Schultag im Gymnasium beginnt gleich am Montagmorgen. Und Dienstag ist dann endlich Felix erster Schultag. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal.
Delfintherapie im Curacao Dolphin Therapy and Research Center
Vom 29. März bis zum 11. April 2008 waren wir auf Curacao (Niederländische Antillen) um die lang gewünschte Delfintherapie für Felix anzutreten. Im Vorfeld hatten wir große Hilfe von Dolphin Aid, die uns bei Auswahl und Organisation, aber auch bei dem Handling unserer Förderer, Sponsoren und Mäzene unterstützt haben. Die ganze Reise wurde super geplant mit der Unterstützung von Frau Oßenschmidt vom Elberfelder Reisetreff, einem Reisebüro mit wirklich professioneller Dienstleistung. Dort steht man übrigens auch für ganz normale Urlaubs-, Geschäfts- oder Individualarrangements für jedermann zur Verfügung.
Großartige finanzielle Unterstützung verdanken wir Ninas Patenonkel Ralph Pass, der sich seit geraumer Zeit für unsere Therapie persönlich und mit Geschäftspartnern einsetzt, sowie von zwei besonderen Menschen, deren Name an dieser Stelle auf ausdrücklichen Wunsch unerwähnt bleibt. Neben der organisatorischen und finanziellen Hilfe stand uns noch Oma Inge nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern kurzentschlossen auch als Reisebegleitung, damit auch die anderen Therapien von Felix und natürlich die anderen Kinder nicht zu kurz kommen.
Nina springt todesmutig von der Brücke
Nina springt von der Brücke vor dem CDTC. Es gab ein regelrechtes Wettspringen zwischen Nina, Florian und Lisa. Das Spektakel hat so lange Spaß gemacht, bis ein Aufseher des Sea-Aquariums auf uns aufmerksam geworden ist. Das Springen von der Brücke ist nämlich verboten, …
;-(
Sekt und Selters

- egal, Hauptsache Blubberwasser. So war ein Teil der Übungen auf dem Dock bestimmt für seine Wahrnehmung im und um seinen Mund herum. In der Hoffnung darauf, dass es mit seinem Trinkverhalten besser wird, hat Mandy heute mit viel Geduld und einer Menge Spaß für Felix einige nette “Spiele” ausprobiert. Während der ganzen Zeit auf dem Dock konnte ihn nicht einmal das Fiepen von Nemo ablenken, er blieb die ganze Zeit konzentriert. Nutella auf der Oberlippe konnte ihm sogar ein wenig Zungenakrobatik entlocken. Mit einem Spiegel bewaffnet gab es schließlich noch einen Wettbewerb im Grimassenschneiden. Toll, wie viel in so kurzer Zeit möglich ist, ohne dass es nach Therapie “riecht” und so viel Spaß macht.

Aber genaqu das ist das Besondere hier: Die Therapie ist nicht das Schwimmen mit den Delfinen alleine. Hier stehen handfeste und absolut konservative Therapieformen parallel zu Seite. Nur, dass es nicht den üblichen Wechel gibt, zwischen Spiel und Therapie. Die ganze Atmosphäre drumherum ist eben nicht typisch für eine Therapie. Felix kann immer wieder wählen zwischen verschiedenen Alternativen. Ob es nun dieses oder jenes Spiel sein soll – er hat die Wahl. Genauso gibt es aber auch Aufgaben, die erfüllt werden müssen. Da gibt es dann aber auch kein Entrinnen. Alle Therapeuten hier haben je ein fundierte klassische Ausbildung genossen und mehrere Jahre in dem Berufsbild des Therapeuten gearbeitet, bevor sie hierher nach Curacao gekommen sind. Das erklärt auch, warum man hier tatsächlich den Anschluß findet und auf derselben Wellenlänge wie zu Hause mit den Therapien weitermachen kann.
Auf besonderen Wunsch gibt es hier noch ein Foto, dass – natürlich genauso wie die anderen – von einer Postkarte abfotografiert ist, …

Ein erster Versuch mit einem Video
Hier kommt ein erster Versuch, das Ganze als Film zu zeigen – über YouToube.com
Eine Mogelpackung

Heute gab es etwas zum Thema Languste zu lernen. Zu ganz bestimmten Zeiten werfen sie ihren kompletten Panzer ab. So geschehen diese Nacht in einem der Aquarien. Den Langusten bleibt dann nur ein paar Stunden zum Wachsen, dann ist der neue Panzer ausgehärtet. Der abgeworfene Panzer ist jedenfalls ein tolles Anschauungsobjekt, das natürlich zuerst von den Kindern aus dem Becken gefischt werden musste.
Felix und Martin haben sich heute morgen die Seelöwenshow angesehen.

Noch viel komischer als die Seelöwen war aber die Dame, die neben uns gesessen hat. Felix hatte eigentlich nur Augen für sie. Das mag auch an den ausladenden Proportionen gelegen haben. Die Tribüne hat zwar ein wenig geschwankt, aber doch gehalten, …
Anschließend war wieder Delfinshow angesagt. Felix fängt schon an zu lachen, wenn er sich nur auf die Tribüne setzt.
Haifischfütterung

Das besondere Highlight des Tages kommt aus dem Kids-Club. Heute durften die Kinder eine speziell präparierte Angelrute zum Füttern der Ammenhaie ausprobieren. Drei Kinder sollten je eine Angel (mit einem Fisch daran) in das Becken halten. Der ersten Gruppe ist es nicht ganz geglückt, zu heftig waren die Räuber bei der Sache und die Angel verschwand im Becken.
Heute abend ist wieder “Strandspielen” geplant. Zuerst geht es mit Brötchen bewaffnet auf ein paar Strandliegen (direkt am Meer und ein wenig beleuchtet). Zwischen Brett- und Kartenspielen ins Wasser hüpfen und zum Abschluß noch einmal kurz in den Pool.
Sonnenlernen und Shuttlekaufen

Nach zehn Tagen Curacao haben wir uns nun vollständig akklimatisiert. Es gibt fast schon so etwas wie Alltag. Zum Frühstück kommen Inge, Nina und Felix zu den Appartements. Mit einer Art Nutella und Müsli gibt es fast nichts, was es hier nicht gibt. Pünktlich um 09.00 Uhr beginnt der Kids-Club. Als Highlight durften heute von 11.00 bis 12.00 Uhr auch die Mamas und Papas mitschnorcheln. Vorher stand aber wieder Papas regelmäßige Einkaufstour an. Da die Appartements zwar über eine eigene Küche verfügen, sich aber auf dem Gelände des regulären Hotelbetriebs befinden, gibt es in der Anlage selbst keine Gelegenheit Lebensmittel einzukaufen. Dafür gibt es jeden morgen einen Shuttle-Service. Der Minibus klappert alle Hotels der Umgebung ab und bringt sie zu dem Supermarkt “Strada”. Der erste Einkauf dort war besonders spannend, weil mich die Preise beinahe umgehauen hätten. Eine kleine Packung Frischkäse für 6$, eine labberiges Toasbrot für 5$ oder ein Päckchen Butter für 4$. Erst am Abend, beim genauen Studieren des Kassenzettels, fiel mir die kleine Fußnote auf: Alle Preise werden zwar in US$ ausgezeichnet, dass sei aber technisch bedingt. Tasächlich ist die Landeswährung in Gulden gemeint (Faktor gegenüber € = 0,4). Also doch alles angemessene, wenn auch nicht gerade günstige Preise. Der Shuttle-Service heute war besonders angenehm, weil ich der einzige Gast war. Sonst ist es ein ziemliches Gequetsche. Und wenn man dann mit Einkaufstüten für sieben Personen daher kommt, wird es brenzlig für rohe Eier oder sensible Früchte. Bei den Minibarpreisen (es gibt importiertes italienisches stilles Wasser für US$ 3,50 je Flasche) macht die Schlepperei aber gar nichts aus. Heute Nachmittag gibt es einen Vortrag im CDTC (Curacao Dolphin Therapy Center).

Diesmal von Mandy, Felix’ Therapeutin. Und während Oma beim schlafenden Felix bleibt, Barbara am Vortrag teilnimmt bleibe ich bei den anderen Kindern zur Lernstunde. In der sengenden Mittagssonne schlagen wir so zwei Fliegen mit einer Klappe.
Um 15.30 Uhr gehen wir dann wieder alle zur Therapie. Während Felix im Wasser ist, können wir uns in der Nähe auf eine Brücke setzen und zuschauen. Die anderen Kinder sind dann jeder mit einer eigenen Kamera bewaffnet und fotografieren bis die Akkus leer sind. Und das kommt leider ziemlich häufig vor.
Die zweite Woche hat begonnen
Nun ist das Bergfest schon vorüber, die zweite Woche hat begonnen. Felix macht sich wirklich großartig. Und die Aufgaben, die an ihn gestellt werden, werden auch nicht leichter. Von den insgesamt zwei Stunden Therapiezeit je Tag verbringt er eta 50 Minuten am und im Wasser. Sowohl während dieser Zeit, als auch davor und danach gibt es für ihn Aufgaben zu erfüllen. Eine Vorbereitung auf die Schule und – das ist das Einzigartige – mit einem Delfinschwimmen als Belohnung. Wörter finden, Zeichnungen ausschneiden, Anfangsbuchstaben benennen, Puzzle vervollständigen oder Zahlen angeln: Die Aufgaben kennt er von zu Hause, sonst würde es auch hier nicht funktionieren. .

Aber die anderen Rahmenbedingungen, die Abwechslung und die Freude auf das nächste Ereignis lassen das “Böckchen” doch viel viel schneller verschwinden, als zu Hause.
Direkt nach der Therapie haben wir bei einer Bootstour speziell für Therapiefamilien mitgemacht. Es war ein großer Spaß – nicht nur für Felix. Sogar unsere Lisa, die normalerweise eine großen Bogen um alle Schiffe macht (“Das schaukelt soo”) hatte ihren Spaß, als die Bugwellen ihr nasse Füße bescherte
Ein schöner Start in die Woche

Am Wochenende findet keine Therapie statt, nur das Familienschwimmen. Heute morgen um 09.00 Uhr durften die anderen Kinder dann wieder in den Kids-Club gehen. Jeden Tag gibt es dort Informationen zu einem anderen Meeresbewohner. Im Anschluß daran kommt noch eine praktische Schnorcheleinheit. Und dafür ist das Freiwasserbecken des Sea-Aquariums bestens geeignet. Neben Napoleons, Wimpelfischen, Barschen und Schildkröten finden sich eine ganze Menge anderer Tiere in unmittelbarer Nähe. Leider dürfen die Eltern nicht mitmachen.
Auf dem Foto sieht man die fruchtbare Aussicht, die wir jeden Abend in Kauf nehmen müssen. Einfach schrecklich.

